Musik

Gurr aus Berlin im Feierwerk – darf’s ein bisschen GURRlcore sein?

Wenn Andreya Casablanca und Laura Lee – besser bekannt als GURR – auf ihrer „She says“ Tour Halt in München machen, dann kommen die Fans nur so in Strömen herbei geeilt. Zumindest war am Dienstagabend die Hansa39 im Feierwerk mehr als gut gefüllt. Aber bevor wir hier ins Schwärmen verfallen, geht es zuerst an die Vorband.

Auftritt der Label-Kollegen

Shybits machten den Anfang. Das Trio – bestehend aus der Drummerin Meghan, dem Gitarristen Liam und dem Bassisten Piero – war guter Dinge, dem Publikum vorab ordentlich einzuheizen. Mit ihren verzerrten Akkorden und einprägsamen Bass-Lines ging das auch in die richtige Richtung. Nur der Gesang schien das Publikum zu spalten. Während mehrere Köpfe nickten, solange es nur instrumental auf die Ohren gab, hörten einige mit dem Nicken wieder auf, sobald Liam und Piero am Mikrophon standen. Zeitweise erinnerte die Band an einen Mix aus Nirvana und The Cure. Uns hat das Stimmliche nicht so umgehauen, auch wenn die Lyrics dennoch sehr durchdacht waren. Die Label-Kolleginnen GURR glauben jedenfalls an die Band („Die kommen bestimmt mal groĂź raus!“) und das sollte an dieser Stelle reichen.

GURRLPOWER

Andreya Casablanca und Laura Lee gründeten 2012 die Band GURR, und man wundert sich trotz wachsender Beliebtheit, wie sie es schaffen, zwar einen bestimmten Bekanntheitsgrad zu genießen, aber dennoch nicht die großen Hallen zu füllen (oder zumindest noch nicht). Die Antwort ist vermutlich einfach: Weil es GURR wahrscheinlich gar nicht so großartig interessiert, kommerziell erfolgreich zu sein. Denn bei der Show, die sie im Hansa39 ablieferten, merkte man vor allem eins: Diese beiden Frauen machen einfach das, worauf sie Lust haben – und zwar ganz egal, was Kritiker davon halten könnten. Wie Thelma & Louise machen sie ihr eigenes Ding. Aber gewiss mit besserem Ausgang als die beiden Filmfreundinnen.

So gab es 75 Minuten lang Riffs und Songs, die gar nicht erst den Umweg ĂĽbers Ohr nahmen, sondern direkt ins Herz gingen. Und die Power auf der BĂĽhne ĂĽbertrug sich auch auf das Publikum: Hier wurde wild getanzt und rum gesprungen – in allen Altersgruppen, wohlbemerkt. Da wurde – egal ob Jung oder Alt – gepogt und geschunkelt, was der vorhandene Platz halt so hergab. Die vierköpfige Band (Andreya und Laura treten live noch mit Drummer und Bassistin auf) spielte sich fröhlich durch 11 Songs durch. „Rollerskate“ wurde wie gewohnt mit einem „Hollaback Girl“ Snippet angestimmt oder bei „Zu Spät“ auf das gleichnamige Lied von Die Ă„rzte verwiesen (jedoch haben beide Songs nichts gemein auĂźer dem Titel).

Von GURR kann man gar nicht genug kriegen!

Richtig gefordert wurde das Publikum außerdem beim Hinsetzen und schnellem Hochspringen – ein wahrer Klassiker bei GURR Konzerten. Shybits Drummerin Meghan und später dann auch Andreya drehten eine geschmeidige Runde auf den Händen der Fancrowd.

Indie/Rock bzw. Garagepop made in Germany ist Gott sei Dank mittlerweile salonfähig und erfreut sich dank solchen Bands wie GURR wachsender Popularität. Am Ende des Konzerts fühlte sich alles nach einem „Hot Summer“ an. Kein Wunder also, dass man zum Schluss mehr von GURR haben wollte. Egal ob in Vinyl oder CD Form. So manch ein Fan behalf sich dann mit den Deko Rosen auf der Bühne oder aber der Setlist. Die Message sollte jetzt klar sein: Bitte kommt schnell wieder zurück nach München, liebe GURRLS!

Text: Luba Schwirtz | Fotos: Lukas Steigerwald

Vielen Dank für den schönen Gastbeitrag, liebe Luba von MunichMag und vielen Dank für die tollen Bilder, lieber Lukas!

MunichMag Redaktion

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