Musik

Keep It Low Festival 2018 – drei Tage Stonerrock, Psychedelic und Doom vom Feinsten

Vom 18. bis 20.10. fand, zum inzwischen sechsten Mal, das Keep It Low Festival auf dem Feierwerk Gelände statt. Drei Tage großartige Bands, extrem sympathische Menschen und durchgehend zufriedene Gesichter. Bei keiner der bisherigen Ausgaben war das Festival so früh ausverkauft wie in diesem Jahr. Plausible Gründe: wundervolle Stimmung, das Gefühl willkommen zu sein und ein Line-Up, das seinesgleichen sucht. Das Keep It Low ist von europäischen Stonerrock-Landkarte nicht mehr wegzudenken –  ein Status, den man sich bereits nach so kurzer Zeit erworben hat.

Das Festival gleicht einem Klassentreffen

Die Spielarten des Stoner-, Psychedelic-, Desert- und Heavy Rocks sind schier unerschöpflich. Dies bekam man eindrucksvoll an diesen drei Tagen um die Ohren gehauen. Staubiger Sound, treibende Riffs, psychedelische Sphären; Musik die einen zum Abtauchen nötigt und das in vielen Fällen lange, wallende Haar zu schwingen. Bereits am Donnerstag, bei der Pre-Party, wurde klar, wo es hingehen wird. Drei Bands, fuzzige Gitarren, extreme Riffs und ein bewusstseinserweiternder Sound füllten die Kranhalle.

Am Freitag wurde die Hansa 39 mit hinzugenommen und schon waren sieben Bands inkl. der Lokalmatadore und gar nicht sooo heimlichen Helden von „Colour Haze“ am Start. Wer diesen Tag einigermaßen überstand, der bekam Tags drauf die volle Dröhnung, bestehend aus gleich drei Locations und 13 Bands.

Die Mischung aus etablierten Bands und neuen musikalischen Gesichtern, auf die man sich bereitwillig einlässt, überzeugt. Jedes Jahr aufs Neue. Genau das macht den Charme des Keep It Low-Festivals aus. Es kommt einem vor wie ein jährliches Klassentreffen. Menschen, die aus diversen Ländern extra dafür anreisen, erkennen einen wieder, freuen sich und packen Anekdoten der letzten Jahre aus.

Solidarische Besucher*innen und Bands beim Keep It Low

Der Typ, dem man aus Versehen auf den Fuß tritt, schaut einen nicht böse an, sondern prostet einem zu und lächelt. Der Sänger der Band „Lowrider“ hat es am Samstag ziemlich gut auf den Punkt gebracht mit: „You are kind people.“ Das trifft sowohl auf Bands, Besucher*innen als auch das arbeitende Personal zu. „Lowrider“ müssen es wissen: deren Airline hat es geschafft, ihr Equipment nicht mit nach München zu schicken. Doch anstatt zu jammern, hilft man sich. Da wird kurzerhand die hausinterne Backline ausgepackt, ein paar Effektgeräte vom im Outdoorbereich verkaufenden Stand organisiert sowie die Instrumente (!!!) von „Elder“, dem Headliner am Samstag, geliehen. Bei aller Professionalität und auch Konkurrenz ist es schön zu sehen und zu spüren, dass Werte wie Solidarität noch Platz haben im Musikbusiness. Bands und Besucher*innen haben einfach Bock auf diese „intime“, familiäre Stimmung und das spürt man. Im großzügigen Biergarten wird sich dann erholt, gefachsimpelt und an den hervorragenden Essensständen verköstigt.

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Am Ende geht dann jeder beseelt, glücklich lächelnd, noch leicht headbangend und meistens auch voll mit Merch bepackt nach Hause und checkt täglich das Netz, wann endlich der Termin fürs nächste Familientreffen steht, um sich natürlich gleich die Tickets zu besorgen.

Nach drei kräftezehrenden, anstrengenden aber auch aufregenden Tagen hab ich Jakob, Booker im Feierwerk, und Matte, Gründer der Agentur Sound of Liberation, die das Festival vor 6 Jahren aus der Taufe gehoben haben, nach einem kurzen Resümée gefragt: „Das Keep It Low Festival 2018 war ein tolles, friedliches und wahnsinnig entspanntes Festival. Die Resonanz von Bands als auch Besucher*innen war überwältigend. Bekanntlich ist nach dem Festival vor dem Festival und wir freuen uns schon sehr, bald die Termine und ersten Infos fürs Keep It Low Festival 2019 veröffentlichen zu können.“

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Diesen Worten würde ich mit rhythmischem Kopfnicken meine Zustimmung erteilen: bis nächstes Jahr Keep It Low!

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