Musik

INVSN & Le Butcherettes ÔÇô zwei Bands und ein Abend voller Feminismus & Musiknerds

In der Kranhalle im Feierwerk in M├╝nchen galt es am 04.07. einen hei├čen Sommerabend zu verbringen, der nicht nur durch die Temperaturen drau├čen, sondern auch dem Temperament zweier Acts ÔÇ×on fireÔÇť war. Le Butcherettes sind auf Tour und nahmen sich f├╝r ihren Auftritt am Donnerstag die schwedische Rockband INVSN dazu.

INVSN in Action

Die Band rund um den Refused-S├Ąnger Dennis Lyxz├ęn gab ab dem ersten Ton sofort Vollgas. Und hatte sichtlich Spa├č dabei. Verrenkungen, direkter Kontakt mit dem Publikum und Tanzschritte, die so manch einer auch nach etlichen Tanzkursen nicht hinbekommen w├╝rdeÔÇŽ Man wusste irgendwann nicht, wohin man bei INVSN schauen sollte. Wenn jemand definitiv noch Energie bei dieser Hitze hatte, dann der S├Ąnger! Der beeindruckendste Moment seiner Performance war dann auch eine Rolle vorw├Ąrts ÔÇô und das trotz, wie er selbst sagte, einer viel zu engen Hose. Aber seiÔÇÖs drum, in Sachen Live-Auftritt macht INVSN einfach niemandem etwas vor. Trotz all der Akrobatik sa├čen die Songs einwandfrei. So gesehen war die Band, bestehend aus dem S├Ąnger, jeder Menge GRLPWR am Bass, an der Gitarre und an den Keyboards sowie einem Schlagzeuger eigentlich auch irgendwie ein Hauptact. Als Vorband konnte man das definitiv nicht mehr sehen.

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Zwischen den Songs hatte Dennis dann auch noch ein paar Worte zur aktuellen Politik und zum Feminismus zu sagen. Und es d├╝rfte einen nat├╝rlich nicht verwundern, dass er mit so vielen Frauen in der Band leidenschaftlicher Feminist ist. Am Ende bedankte er sich au├čerdem bei den anwesenden ÔÇ×MusiknerdsÔÇť: “Es braucht immer Menschen wie euch. Denn ihr zieht euch nicht einfach den Mainstream rein, ihr setzt euch mit Musik auseinander. Und deswegen lebt ihr die Musik. Ihr seid anders und wir sind dankbar, euch als Fans zu haben.ÔÇť Hach, da wurde vielen direkt warm ums Herz und man musste sich schon fast ein neues k├╝hles Getr├Ąnk holen, um das auszugleichen.

Viva la Mexico!

Nach einer kurzen Umbauphase war dann auch schon DIE Band des Abends auf der B├╝hne: Le Butcherettes! Teri Gender Bender und ihre Crew fackelten nicht lange und legten sogleich mit der fulminanten Show los. Man muss dazu sagen: Die Show der vierk├Âpfigen Band aus Mexiko in M├╝nchen gleicht eher einer Theaterauff├╝hrung als einem Konzert. Denn Teri inszeniert jeden Song und bringt eine Dramaturgie sondergleichen rein. Hinzu kommt nat├╝rlich ihr stets ausgefallenes B├╝hnenoutfit. Das Markenzeichen, ihr rotes Augen Make-Up, darf auf keiner Show fehlen. In der Kranhalle rundete den Style au├čerdem ein ausgefallener Kopfschmuck und ein durchsichtiges Kleid sowie hohe Schuhe ab. Auf eben diesen h├╝pfte Teri so viel rum, dass einige Frauen im Publikum bewundernswert und auch etwas neidisch auf ihre F├╝├če herunter sahen, so elegant und rockig zugleich machte sie das.

Verliebt in Le Butcherettes

Die S├Ąngerin ist stets mit Leib und Seele bei ihren Live-Auftritten dabei. Das merkte man sp├Ątestens an ihren durchgeschwitzten Haaren und dem abgelegten Kopfschmuck. Stets wechselnd zwischen Keyboard und Gitarre hatte aber nicht nur die S├Ąngerin, sondern auch die restlichen Bandmitglieder ihren Spa├č. Alejandra am Schlagzeug, Riko und Marfred jeweils an Gitarre und Bass. Zu h├Âren gab es haupts├Ąchlich Songs aus dem neuen (und mittlerweile vierten) Album ÔÇ×bi/MENTALÔÇť. Mit diesem neuen Werk f├╝hrt Teri vor, was ihre Stimme wirklich alles drauf hat. Mal rau, mal kraftvoll oder mal ├╝berdreht. Live ist die Energie der neuen Songs nicht zu bremsen. Der Wechsel zwischen energischen Parts voller l├Ąrmenden Riffs und mal ruhigeren, mal funkenden St├╝cken bot die perfekte Mischung um herumzuspringen, aber auch, um zur Ruhe zu kommen. Auch Klassiker wie ÔÇ×The Leibniz LanguageÔÇť durften auf der Setlist nat├╝rlich nicht fehlen. Wir finden, es braucht tats├Ąchlich genau einen Abend, um sich f├╝r immer in diese Band zu verlieben. Denn so kampflustig und vielleicht auch etwas furchteinfl├Â├čend Teri Gender Bender erscheinen mag, so nett und bescheiden ist sie, wenn es um einen Plausch mit ihren Fans geht.

Aber Feminismus und Punk sind halt immer ein Kampf, das wei├č niemand so gut wie Teri. Obwohl sie bereits mit zahlreichen Musikern wie Iggy Pop, Shirley Manson, Buzz Osbourne & Co. zusammen gearbeitet hat, bekommt man immer wieder das Gef├╝hl, dass sie sich immer noch ├╝ber den Erfolg ihrer Band wundert. Was sie im ├ťbrigen nur noch sympathischer macht. Wir hassen den Trennungschmerz immer wieder aufÔÇÖs Neue, aber das st├Ąrkt nur die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit den Le Butcherettes in M├╝nchen.

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Fotos & Text: Luba Schwirtz

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