Musik

INVSN & Le Butcherettes – zwei Bands und ein Abend voller Feminismus & Musiknerds

In der Kranhalle im Feierwerk galt es einen heißen Sommerabend zu verbringen, der nicht nur durch die Temperaturen draußen, sondern auch dem Temperament zweier Acts „on fire“ war. Le Butcherettes sind auf Tour und nahmen sich für ihren Auftritt am Donnerstag die schwedische Rockband INVSN dazu.

INVSN in Action

Die Band rund um den Refused-Sänger Dennis Lyxzén gab ab dem ersten Ton sofort Vollgas. Und hatte sichtlich Spaß dabei. Verrenkungen, direkter Kontakt mit dem Publikum und Tanzschritte, die so manch einer auch nach etlichen Tanzkursen nicht hinbekommen würde… Man wusste irgendwann nicht, wohin man bei INVSN schauen sollte. Wenn jemand definitiv noch Energie bei dieser Hitze hatte, dann der Sänger! Der beeindruckendste Moment seiner Performance war dann auch eine Rolle vorwärts – und das trotz, wie er selbst sagte, einer viel zu engen Hose. Aber sei’s drum, in Sachen Live-Auftritt macht INVSN einfach niemandem etwas vor. Trotz all der Akrobatik saßen die Songs einwandfrei. So gesehen war die Band, bestehend aus dem Sänger, jeder Menge GRLPWR am Bass, an der Gitarre und an den Keyboards sowie einem Schlagzeuger eigentlich auch irgendwie ein Hauptact. Als Vorband konnte man das definitiv nicht mehr sehen.

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Zwischen den Songs hatte Dennis dann auch noch ein paar Worte zur aktuellen Politik und zum Feminismus zu sagen. Und es dĂĽrfte einen natĂĽrlich nicht verwundern, dass er mit so vielen Frauen in der Band leidenschaftlicher Feminist ist. Am Ende bedankte er sich auĂźerdem bei den anwesenden „Musiknerds“: “Es braucht immer Menschen wie euch. Denn ihr zieht euch nicht einfach den Mainstream rein, ihr setzt euch mit Musik auseinander. Und deswegen lebt ihr die Musik. Ihr seid anders und wir sind dankbar, euch als Fans zu haben.“ Hach, da wurde vielen direkt warm ums Herz und man musste sich schon fast ein neues kĂĽhles Getränk holen, um das auszugleichen.

Viva la Mexico!

Nach einer kurzen Umbauphase war dann auch schon DIE Band des Abends auf der Bühne: Le Butcherettes! Teri Gender Bender und ihre Crew fackelten nicht lange und legten sogleich mit der fulminanten Show los. Man muss dazu sagen: Die Show der vierköpfigen Band aus Mexiko gleicht eher einer Theateraufführung als einem Konzert. Denn Teri inszeniert jeden Song und bringt eine Dramaturgie sondergleichen rein. Hinzu kommt natürlich ihr stets ausgefallenes Bühnenoutfit. Das Markenzeichen, ihr rotes Augen Make-Up, darf auf keiner Show fehlen. In der Kranhalle rundete den Style außerdem ein ausgefallener Kopfschmuck und ein durchsichtiges Kleid sowie hohe Schuhe ab. Auf eben diesen hüpfte Teri so viel rum, dass einige Frauen im Publikum bewundernswert und auch etwas neidisch auf ihre Füße herunter sahen, so elegant und rockig zugleich machte sie das.

Verliebt in Le Butcherettes

Die Sängerin ist stets mit Leib und Seele bei ihren Live-Auftritten dabei. Das merkte man spätestens an ihren durchgeschwitzten Haaren und dem abgelegten Kopfschmuck. Stets wechselnd zwischen Keyboard und Gitarre hatte aber nicht nur die Sängerin, sondern auch die restlichen Bandmitglieder ihren Spaß. Alejandra am Schlagzeug, Riko und Marfred jeweils an Gitarre und Bass. Zu hören gab es hauptsächlich Songs aus dem neuen (und mittlerweile vierten) Album „bi/MENTAL“. Mit diesem neuen Werk führt Teri vor, was ihre Stimme wirklich alles drauf hat. Mal rau, mal kraftvoll oder mal überdreht. Live ist die Energie der neuen Songs nicht zu bremsen. Der Wechsel zwischen energischen Parts voller lärmenden Riffs und mal ruhigeren, mal funkenden Stücken bot die perfekte Mischung um herumzuspringen, aber auch, um zur Ruhe zu kommen. Auch Klassiker wie „The Leibniz Language“ durften auf der Setlist natürlich nicht fehlen. Wir finden, es braucht tatsächlich genau einen Abend, um sich für immer in diese Band zu verlieben. Denn so kampflustig und vielleicht auch etwas furchteinflößend Teri Gender Bender erscheinen mag, so nett und bescheiden ist sie, wenn es um einen Plausch mit ihren Fans geht.

Aber Feminismus und Punk sind halt immer ein Kampf, das weiß niemand so gut wie Teri. Obwohl sie bereits mit zahlreichen Musikern wie Iggy Pop, Shirley Manson, Buzz Osbourne & Co. zusammen gearbeitet hat, bekommt man immer wieder das Gefühl, dass sie sich immer noch über den Erfolg ihrer Band wundert. Was sie im Übrigen nur noch sympathischer macht. Wir hassen den Trennungschmerz immer wieder auf’s Neue, aber das stärkt nur die Vorfreude auf ein Wiedersehen mit den Le Butcherettes.

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Fotos & Text: Luba Schwirtz

Vielen Dank für den schönen Gastbeitrag, liebe MunichMag-Redaktion!

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