Musik

Movements Konzert im Feierwerk – Emocore der neuen alten Schule

Es war nass. Die anhaltende Hitze Anfang Mai war mit einem Tusch und Donner adĂ©. Aber egal – bei dem Konzert von MOVEMENTS wird das hellgraue Shirt, das ich anhatte, im Moshpit eh zwei Nuancen dunkler geschwitzt. Da machte es nichts aus, wie ein nasser Pudel im Feierwerk anzukommen.

KONZERT-SMALLTALK STATT VORBAND

Der Abend sollte mit meinen zwei persönlichen liebsten Band-Entdeckungen im letzten Jahr ein toller Abschluss der Woche werden. Bloß blöd, dass ich verschnarcht hatte, wann die Vorband spielen wĂŒrde. Kurz nach knapp waren wir dann schließlich total abgehetzt und mit hochrotem Kopf im Feierwerk, um leider zu erfahren, dass mein persönliches Highlight PARISH nicht auftreten wĂŒrde. Die französischen Alternative-Rocker hatten eine Autopanne und konnten zu ihrem Auftritt nicht mehr rechtzeitig da sein
 Mist, dachte ich mir, und wir verweilten solange im Feierwerk-CafĂ©, bis der Haupt-Act aus Kalifornien mit ihrem verspĂ€teten Soundcheck fertig war. Das Publikum bei diesem Konzert war bunt gemischt. Von Indie-Hörern ĂŒber rockende VĂ€ter mit ihren Töchtern, bis hin zu Leuten der Metalcore-Szene und auch die Fraktion Hawaiihemd waren einige unterschiedliche Charaktere im Feierwerk miteinander am quatschen.

EIN KONZERT ZWISCHEN MOSHPIT, GÄNSEHAUT UND FLASHBACKS

Kaum erwarten konnten wir es, endlich MOVEMENTS bei ihrem ersten Konzert in MĂŒnchen begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen. Recht verlegen, jeder mit einer Wasserflasche in der Hand, kamen sie auf die BĂŒhne geschlichen. Die Show startete dann aber auch schon gleich mit „Full Circle“ von ihrem Debut-Album „Feel Something“. Mit dem ersten Arpeggio breitete sich bei mir die GĂ€nsehaut aus. Erst der erste Song und ich wusste, das wird ein wundervoller Abend voller Herzschmerz, Euphorie und Flashbacks in meine frĂŒhe Teenie-Emo-Zeit. Nach dem dritten Song erzĂ€hlten die vier Jungs, wie wahnsinnig sie es finden, Teil ihrer eigenen Tour durch Europa zu sein. FĂŒr den SĂ€nger war es das erste Mal, außerhalb der USA zu sein. Sie freuten sich wirklich sehr ĂŒber ihre textsicheren Fans. Ihr Grinsen war ihnen wie ins Gesicht getackert. Bassist Austin schĂŒttelte immer wieder den Kopf, so unreal war die ganze Situation fĂŒr das Quartett.

Irgendwann starteten die Jungs einen etwas schnelleren Song und schon machte sich eine grĂ¶ĂŸere LĂŒcke zwischen der linken und rechten Seite des Publikums bemerkbar. Ein kleiner Moshpit entwickelte sich mittendrin. Die MĂ€dls und Jungs hĂŒpften rum, als ob es kein Morgen gĂ€be. Eine krakselte auf die BĂŒhne und sprang in die Menge.  Beim ersten Sprung haben es die AuffĂ€nger nicht gleich gecheckt und fĂŒr einen Bruchteil einer Sekunde dachte ich „Jetzt können wir den Sanker rufen“, aber sie haben rechtzeitig noch die Arme hochgerissen. Voller Euphorie sangen bzw. brĂŒllten wir alle gemeinsam und aus voller Kehle ihre Songs ĂŒber schöne und weniger schöne Momente im Leben der BĂŒhne entgegen. Irgendwann kam es dann auch schon zum letzten Song „Daylily“. Voller GefĂŒhl, als ob nur seine Freundin, fĂŒr die er den Song geschrieben hatte, alleine vor ihm steht, performte SĂ€nger Patrick die letzten drei Minuten.  Pastelrosa fĂ€rbte sich der Rauch hinter ihnen und mit dem letzten Akkord verschwanden sie darin. Dann war der ganze Zauber auch schon vorbei. Eine musikalische Zugabe gab es nicht. Stattdessen boten die sympathischen Kalifornier an, draußen am Merch-Stand vor dem Feierwerk mit ihnen noch zu quatschen. So tummelten sich die Leute, jeder mit einem Becher FlĂŒssiges in der Hand und vollkommen dehydriert vom Konzert-Workout, um den Merchstand der Band. Viele dankten den KĂŒnstlern, dass ihnen die Songs der Band in schlechteren Zeiten geholfen haben und MOVEMENTS wiederholte sich immer wieder, dass sie kein schöneres Kompliment fĂŒr ihre Musik bekommen könnten.

Feierwerk_Konzert_Movements_BĂŒhne_Publikum_Live_Musik (1)

Lisa hat in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit im Feierwerk eine Ausbildung zur Kauffrau fĂŒr Marketingkommunikation abgeschlossen und bleibt dem Verein weiterhin als Bloggerin erhalten. Privat ist Lisa ein großer Live-Musik-Enthusiast und hat ein Faible fĂŒr selbstgemachten Eistee.

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