Kulturszene

Lötwerkstatt #2: Den “Little Karp” Synthesizer von Meng Qi selber löten

„Letzten Samstag trafen sich trotz des ĂŒberragenden Wetters die neuen, treuen und tapferen AnhĂ€nger des Lötens, diesmal im Feierwerk Orangehouse zur zweiten Ausgabe der Lötwerkstatt. Dieses Mal wurde beim Workshop der „Little Karp“ Synth von Meng Qi aus China gelötet. Ein kleiner DIY Karplus Strong Synth mit hohem Spielspaß-Faktor, wie wir feststellen konnten. Alle Karps funktionierten zum Schluss und gaben den Teilnehmer*innen neue Einblicke ins Löten.“

DIE LÖTWERKSTATT IM FEIERWERK – EIN WORKSHOP-ANGEBOT DER FACHSTELLE POP

Der vorher gehende O-Ton stammt von Nico und Simon, den Leitern der Lötwerkstatt – einem Workshop-Angebot der Fachstelle Pop im Feierwerk. Um zu verstehen, was sich hinter dem Themenfeld „Löten“ so verbirgt, haben wir Nico befragt:

Was genau versteht man unter Löten? Welche Technik und Hilfsmittel kommen zum Einsatz?

Löten heißt, elektronische Bauteile zu bauen, sodass ein elektrischer Schaltkreis dauerhaft besteht. DafĂŒr braucht man im Grunde genommen nur einen Lötkolben und Lötzinn (ein heißer Kolben und einen „Draht“, der speziell beschaffen ist). NatĂŒrlich auch eine Platine, auf die dann WiderstĂ€nde, Kondensatoren und weitere Bauteile, wie z.B. Drehpotentiometer und Steckbuchsen festgelötet werden. Am Ende hat man (hoffentlich) ein funktionierendes, elektronisches GerĂ€t. Ob das ein Effekt-Pedal oder eine Funkfernbedienung ist, hĂ€ngt letztendlich vom Schaltkreis ab. Die Bauteile in Musikinstrumenten sind meist die gleichen wie auch im Fernseher.

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Wie seid Ihr zum Löten gekommen?

Simon und ich haben mit dem Kauf von Eurorack-Modulen angefangen. Irgendwann meinte Simon, dass man die auch selbst bauen kann und so auch noch viel Geld sparen kann. Dadurch, dass wir auch noch alte Sachen durch die Technik reparieren konnten, war das sozusagen eine Win-Win-Situation: alte Sachen wieder verwenden und ganz neue selbst bauen.

Benötigt man Vorkenntnisse zum Löten?

Wir sind da auch ins eiskalte Wasser gesprungen. Es gibt viele Youtube-Videos und Gruppen auf Facebook, die einem sehr gut weiterhelfen. Auch AnfĂ€nger-Projekte. Ein Grundwissen an elektronischer Technik und Physik ist zwar von Vorteil bei der Fehlersuche, sollte mal etwas nicht klappen, aber im Prinzip kann man easy Bauteil fĂŒr Bauteil der Anleitung nach auf die Platine löten. Sorgfalt belohnt einen. Ich vergleiche es immer gerne mit „Malen nach Zahlen“.

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Was wird alles gelötet? Was kommt als Ergebnis dabei heraus?

Gelötet werden bei uns im Workshop Effekt-Pedale und kleine elektronische Musikerzeuger wie zuletzt der Little Karp von MengQi. Wir haben auch evtl. vor, Eurorack-Module anzubieten – je nach Nachfrage. Bisher haben alle Teilnehmer*innen erfolgreich ihr Projekt gebaut und voll funktionstĂŒchtig mitgenommen. Das macht uns stolz! Wenn sie was gelernt haben und sogar die Leidenschaft fĂŒrs Löten entdeckt haben, umso mehr!

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Was hat Löten im Bereich der Musik fĂŒr eine besondere Bedeutung?

Eine sehr, sehr große. Seitdem es elektronische Klangerzeuger und Modulationen/Effekte gibt, kommt man gar nicht drum herum. Der Ursprung der elektronischen Musik kommt zum Teil aus der Forschung bzw. Entwicklung des elektronischen Ingenieurwesens. FĂŒr Musiker ist es auch sehr von Vorteil, kaputte GerĂ€te oder „nur“ alte Kabel wieder auf Vordermann bringen zu können. Aber auch das Experimentieren und VerĂ€ndern der Schaltkreise bzw. der Bauteile hat einen Einfluss und kann unter UmstĂ€nden zu neuen Ergebnissen fĂŒhren, die einzigartig sind.

Vielen Dank, lieber Nico, fĂŒr das das Interview! Bis zur nĂ€chsten Lötwerkstatt!

Wer ĂŒbrigens den „Little Karp“ verpasst haben sollte – die Jungs haben noch Kits zum selber bauen ĂŒbrig! Einfach hier bei den Lötboys melden: https://www.facebook.com/groups/221398318421785/

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  • Julia IrlĂ€nder

    Julia betreut im Feierwerk die Pressearbeit und leitet federfĂŒhrend den Feierwerk Blog. Privat ist sie Mama von zwei kleinen SchlafrĂ€ubern und schreibt auf schlafraubtiere.de ĂŒber ihren kunterbunten Familienalltag.

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