Jugendredaktion

Spannendes Praktikum in der Südpolshow – Leute machen Kleider

Fritz, 15 Jahre, hat ein einwöchiges Praktikum in der Südpolshow absolviert. Während seines Praktikums in der Feierwerk Südpolstation hatte er die Aufgabe, bei der Aufnahme-Material-Auswertung mitzuhelfen, die bei dem Leute machen Kleider Projekt entstanden sind. Da ihn das Thema auch persönlich angesprochen und bewegt hat, ist dieser Beitrag entstanden.

Für mehr Verantwortung und Bewusstsein

Ich finde, dass wir hier in Deutschland auch etwas gegen die Ausbeutung in Bangladesch tun sollten. Wir tragen ja auch dazu bei, dass die Firmen das überhaupt machen. Nur weil wir billigere Klamotten hier in Deutschland kaufen wollen, werden andere in armen Ländern ausgebeutet. Ich finde das nicht gerecht. Ich fände es besser, wenn wir hier in Deutschland ein bisschen mehr von unserem vielen Geld, das wir haben, für teurere Klamotten ausgeben.

Wenn wir uns rein theoretisch durchsetzen würden und auch Klamotten mit derselben Qualität für ein bisschen mehr Geld ausgeben würden, könnte man die Firmen dazu bringen, zum Beispiel mit einem bestimmten Mindestlohn, dieses Geld den Arbeitern zu geben. Da die Firmen dadurch keinen Verlust machen würden, könnte man sie dazu überreden. Es ist aber bei manchen Firmen der Fall, dass sie ihre Kleidungstücke schon teurer verkaufen, aber das gewonnene Geld dann selbst behalten. Man müsste die Firmen (wie z.B. Adidas oder Nike) mit bestimmten Mitteln dazu bringen, die Arbeiter besser zu behandeln. Man könnte gegen die schlechte Behandlung der Arbeiter und Arbeiterinnen demonstrieren und ein neues Gesetz fordern. Wie zum Beispiel das die Mode-Firmen in Frankreich bestimmte Regelungen befolgen müssen und auch dafür verantwortlich gemacht werden können, wenn Fabrikbesitzer in Bangladesch Arbeiter schlecht behandeln.

Hauptsache im Trend!?

Ich muss zugeben, dass ich auch ein Paar Klamotten von H&M besitze. Ich habe diese aber nicht aus dem Grund, um mit dem Trend mitzugehen. Ganz im Gegenteil. Ich würde es eher verstecken, dass ich diese Klamotten habe.  Aus eigener Erfahrung ist es vor allem bei Jugendlichen in meiner Generation immer wichtiger, die Marke, die gerade im Trend ist, zu besitzen. Vor allem bei Schuhen. Mir ist eigentlich egal, welche Klamotten ich trage. Sie müssen mir einfach nur äußerlich gefallen. Da ist es mir egal von welcher Marke. Doch bei Schuhen ist das irgendwie auch bei mir ein bisschen anders. Ich selber trage gerade Adidas Schuhe, obwohl das eigentlich nicht gut ist. Relativ teuer und wahrscheinlich noch schlechte Qualität. Von der Ausbeutung in armen Ländern mal abgesehen.

Abschließend finde ich also, dass wir (also auch ich) uns ändern sollten, damit es den Leuten in armen Industrieländern  besser geht.

–  Fritz für die Südpolshow

Redaktion Radio Feierwerk

Das Kinder-und Szeneradio in München. Bei uns machen Kinder gemeinsam mit Profis Radioprogramm. Sie gehen auf Reportagen, moderieren, veranstalten und fragen nach. Die Macher des Szeneradios sind Teil der Münchner Subkultur und liefern alles von DJ-Sets und live-Sendungen bis hin zu Podcasts und Musikmixen.

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