Jugendredaktion

Bist Du Spasti oder was? РAna erzählt von ihrem Leben als Spastikerin

‚ÄěJa, bin ich! – Und ich bin auch stolz drauf!‚Äú Ana erz√§hlt, vor welche Herausforderungen ihre Spastik sie im Alltag stellt.

Mein Name ist Ana. Ich bin 29 Jahre jung. Ich bin seit meiner Geburt, wie ihr es nennt, ein ‚ÄěSpasti‚Äú. Als Spastikerin f√ľhre ich ein eigenst√§ndiges Leben und rolle sogar zur Arbeit.

Der Weg vom Kindergarten bis zum Arbeitsplatz ist f√ľr jemanden mit einer Behinderung oft schwer, m√ľhselig und fast t√§glich mit √§rgerlichen Situationen mit Mitb√ľrger*innen verbunden. Selbst die Suche nach einer passenden Schule ist schon eine gro√üe Herausforderung:¬†Mit 12 Jahren musste ich unter der Woche in ein Internat gehen, um eine f√ľr mich passende Schule zu besuchen.

Es gab, und gibt, zwar viele Schulen f√ľr behinderte Menschen. Doch so vielf√§ltig die Menschen, so vielf√§ltig sind die k√∂rperlichen und geistigen Einschr√§nkungen von kranken Menschen. Auf vielen dieser Schulen f√ľr k√∂rperlich behinderte Menschen gibt es selten die M√∂glichkeit, einen guten Schulabschluss zu bekommen. Weil es Sch√ľler*innen gibt, die besondere Lernbedingungen brauchen. Nur wenige Schulen bieten eben leider diese M√∂glichkeiten.


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Hier auf meiner Arbeit bekomme ich immer wieder mit, wie Jugendliche schnell das Wort ‚ÄěSpasti‚Äú als gegenseitige Beschimpfung gedankenlos benutzen. Niemand kann etwas daf√ľr, eine Spastik zu haben oder zu bekommen. Au√üerdem wichtig: Es ist keine ansteckende Krankheit! Bei mir ist die Spastik leider durch einen Sauerstoffmangel w√§hrend meiner Geburt entstanden. Deshalb finde ich, wir sollten das Wort ‚ÄěSpastiker‚Äú oder ‚ÄěSpasti‚Äú nicht st√§ndig und immer wieder als Beleidigung verwenden. Es tut nicht nur mir weh! Und manchmal stehen sogenannte Spastiker*innen mehr im Leben als k√∂rperlich nichtbehinderte Menschen ‚Äď glaubt mir!

Oft werde ich zum Beispiel als doofes, kleines und behindertes M√§dchen behandelt, dabei bin ich eine erwachsene Frau, die mitten im Leben steht. Eine Spastik hat nichts mit pers√∂nlicher oder emotionaler Entwicklung zu tun. Deshalb empfinde ich es mehr als peinlich, beleidigend, ja sogar dumm und frech, wenn wir und andere Menschen als ‚ÄěSpasti‚Äú diffamiert werden. Denn in solchen F√§llen wird ‚ÄěSpasti‚Äú mit ‚Äědumm‚Äú oder ‚Äědoof‚Äú gleichgesetzt.

Aber ich bin nicht dumm! Im Gegenteil: Trotz t√§glich gro√üer M√ľhe, Anstrengungen und Schwierigkeiten habe ich eine abgeschlossene Schulausbildung, stehe jetzt im Berufsleben und wende mein Erlerntes und Wissen gerne an. F√ľr meine geleistete Arbeit bekomme ich einen Lohn. Ich bekomme dieses Geld nicht aus Mitleid, weil ich undeutlich spreche, langsam bin oder im Rollstuhl sitze, sondern f√ľr meine hart erlernten F√§higkeiten. Ich verdiene das Geld f√ľr meine Arbeit – und darauf bin ich stolz!

Eure Ana

Welchen Herausforderungen begegnet ihr im Alltag? Wir freuen uns auf eure Kommentare. Erzählt uns eure ganz persönliche Geschichte!

Bildquelle: Pixabay

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    2 Kommentare

    1. Avatar
      Platon Kesids Reply

      Ich finde es auch nicht gut das Menschen so behandelt werden.Vor allem das ich die Beleidigung öfters benutze und nicht weiß wie der Mensch vor mir reagiert und welche Folgen es haben kann. Ich habe durch den Beitrag einen Einblick bekommen wie schlimm es ist so eine Beleidigung zu erwähnen.

    2. Avatar

      Danke! @Platon Kesids f√ľr Deine ehrlichen “offenen” Worte!
      LG Andy

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