Kunst

Von Schreibmaschinen bis zu Collagen – die Ausstellung „Obacht! Firelfranz“

Es war ein voller Tag im Feierwerk, an dem sich Franz Handschuh dazu entschieden hatte, seine (neuesten) Werke im Farbenladen auszustellen. Auf dem Hauptgelände liefen einige Besucher*innen aufgeregt umher. Parallel zur Ausstellung fand in der Kranhalle das Sprungbrett Förderprogramm statt und im Sunny lief Psychedelic Rock von Maidavale. Aber zurück zur Kunst. OBACHT!FIRLEFRANZ hieß das neue Ding von Franz und er hätte sich keinen passenderen Tag aussuchen können, um die Scharen in den Feierwerk Farbenladen locken zu können.

Dieser war gut besucht, trotz perfektem Biergartenwetter. Auch die parallel auftretenden Bands und ihr Publikum schauten mal bei der Vernissage vorbei. Perfekt, denn so wurde der Laden immer etwas voller. Von der Masse getrieben, wagten auch zufällig vorbeilaufende Passanten einen Schritt herein. Bloß die Temperaturen hätte er sich besser aussuchen müssen. Im Atelier selbst war es viel zu warm. Aber kein Problem, zunächst schaute man sich seine Werke an, und im Anschluss plauderte man miteinander auf den Bierbänken sitzend.

Was die Ausstellung im Farbenladen zu bieten hatte

Handschuh hatte seine neuesten und alten bekannte Werke eingepackt und tolle Installationen aufgebaut. Von Collagen über Kunstdruck bis hin zu Schreibmaschinen mit Trieben, die aus ihnen heraus wuchsen, stellte der Künstler die unterschiedlichsten Variationen seiner kreativen Arbeit aus. An den Wänden hingen Kunstdrucke, die vermutlich ihn selbst darstellen sollten. Im Hintergrund konnte man ausgeschnittene Amphibien und Föten entdecken.

Auf den zweiten Blick sieht man besser

Insgesamt sollte man auf alle Werke von Franz Handschuh noch ein zweites Mal schauen, denn erst dann sieht man das Kunstwerk im Ganzen. In etwa so, wie bei einer optischen Täuschung, verstecken sich immer zwei eigenständige Blickwinkel in seiner Kunst. Darin entdeckt man dann auch die Liebe zur Philosophie und Psychologie des Ausstellers. So zeigt beispielsweise eine Collage zunächst einen Geldhaufen auf einer Art Teller. Schaut man genauer hin, erkennt man ein Glücksschwein mit Flügeln darauf drapiert. Ein anderes zeigt die Kinder eines weit von der Zivilisation entfernten Stammes. Gemeinsam mit ihren Füßen bildet sie einen Kreis, der auf den zweiten Blick ein Loch, vielleicht sogar eine Falle, zur Großstadt darstellt. Vor seinen Kunstwerken kann man auf jeden Fall lange verweilen und sehr gut diskutieren. Und ich vermute, dass es genau das ist, was einen Künstler wie Franz Handschuh antreibt. Besucher*innen sollen darüber nachdenken, was vor ihnen an der Wand hängt und gemeinsam bereden, was sie eigentlich darin sehen. Die Ausstellung OBACHT!FIRLEFRANZ hat auf jeden Fall genügend Stoff dafür her gegeben.

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Lisa Sernow

Lisa hat in der Abteilung Ă–ffentlichkeitsarbeit im Feierwerk eine Ausbildung zur Kauffrau fĂĽr Marketingkommunikation abgeschlossen und bleibt dem Verein weiterhin als Bloggerin erhalten. Privat ist Lisa ein groĂźer Live-Musik-Enthusiast und hat ein Faible fĂĽr selbstgemachten Eistee.

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