Kunst

„bunt getrieben“ – Karikaturen von Julian Opitz im Farbenladen

Als er vor zehn Jahren angefangen hat, zu zeichnen, war es sein Wunsch, irgendwann mal im Feierwerk Farbenladen auszustellen. Im September 2021 ist es dann endlich soweit: Julian Opitz stellt seine großartigen kuriosen Werke unter dem Titel „bunt getrieben“ dort aus. Bei der Vernissage erzählt er, was dahinter steckt und wie er seine Zeichnungen so fein aufs Papier bringt.

Es ist einer der wenigen schönen Spätsommertage, als Julian Opitz „bunt getrieben“ eröffnet. Auch wenn man meinen mag, das Wetter spielt bei einer Indoor-Ausstellung keine Rolle, genießen wir es doch alle sehr – erst drinnen Kunstwerke bestaunen und anschließend draußen anstoßen und gemütlich drüber plaudern.

Kombinieren, Karikieren, Kritisieren

„Was ist dein Lieblingsbild?“ fragen wir in die Runde. Gar nicht so leicht zu sagen. Alle Zeichnungen sind gut – nicht nur handwerklich beachtlich sondern vor allem auch spannend und lustig. Denn Julian spielt mit Motiven, Wörtern und Bedeutungen und verbindet alles zu kreativen, humorvollen und oft auch kritischen Kunstwerken.

Das Ergebnis sind Mischwesen, die gesellschaftliche oder politische Stereotype karikieren, Alltagserfahrungen kommentieren und häufig eine satirische und kritische Stoßrichtung haben.

Julian gelingt es, mit einer einzelnen gezeichneten Figur Vieles auszusagen und Gegebenheiten oder Charaktere auf den Punkt darzustellen. Mimik und Körperhaltung sind dabei jedes Mal so fein gezeichnet, dass direkt fühlbar wird, was in Mensch oder Tier vorgeht.

Kunst in Bild und Wort

Was bei Zeichnungen sonst oft nur Beiwerk für den Ausstellungskatalog ist, gehört bei Julian zum Werk dazu: die klangvollen Titel seiner Bilder machen das Kunstwerk oft erst komplett.

Seine Ideen entstehen durch ständiges Beobachten, Festhalten und Weiterentwickeln. Basis dafür ist sein wild schraffiertes Notizbuch:

Skizzenbuch-Julian-Opitz_Credits_Julian_Opitz

Dann geht er mit Tusche und Buntstift ans Werk. Das Talent und den besonderen Blick für die Dinge hat er von seinem Vater. Er ist auch Zeichner und hat Julian unter anderem die Technik der Kreuzschraffur beigebracht. Dabei wird Linie für Linie parallel nebeneinander gesetzt, anschließend wird ein Bereich aus weiteren parallelen Linien kreuzend darüber gezeichnet. Hier muss man genau und konzentriert arbeiten, denn Fehler lassen sich nicht korrigieren. Gerade für diese Feinheiten lohnt sich eine Betrachtung von Julians Werken aus der Nähe. So cool die Motive auch sind, die sich ja auch ganz einfach online auf seiner Webseite anschauen lassen, so sehenswert sind die feinen Einzelheiten, aus denen sie bestehen.

Vielen Dank an Julian für diesen schönen Vernissage-Abend im Farbenladen!

 

Irina kümmert sich im Feierwerk um die Pressearbeit und den Blog. Wenn sie das nicht tut, ist sie höchstwahrscheinlich auf dem Rad, in den Bergen, irgendwo am Wasser oder dort wo es Musik, Kino, Theater und Zimtschnecken gibt.

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