Familie

Kinderyoga im Feierwerk Dschungelpalast – wie die Kobra ins Kinderzimmer kam

„Mama, guck dir mal die Kobra an!“ So oder so ähnlich tönt es bei uns daheim seit einigen Wochen regelmäßig aus dem Kinderzimmer. Nach einem kurzen Schreck fällt mir dann zum Glück schnell wieder ein: „Ach, das ist sicher die neueste Übung aus dem Kinder-Yoga.“ Im Feierwerk Dschungelpalast wird seit September einmal wöchentlich Kinder-Yoga (für Kinder von 7 bis 10 Jahren) angeboten – doch warum das Ganze?

Es ist schon erstaunlich, dass ich mit meiner Großen seit Kurzem zum Kinder-Yoga gehe. Ich bin nämlich eher der Typ Mama, der sich denkt, normales Kinderturnen tut’s auch, wenn es um Bewegung geht. Als Edda dann aber im vergangenen September in die Schule kam, änderte sich meine Sicht auf die Dinge ein wenig. Denn seitdem ist unser Alltag komplett umgekrempelt und meine Tochter ist wie ausgewechselt: Mürrisch, immerzu müde, launisch, sehr empfindlich. Also musste wieder ein wenig Entspannung her. Da ich wusste, dass im Dschungelpalast ebenfalls Kinder-Yoga angeboten wird, kam ich bald auf die Idee, das einfach mal auszuprobieren. Schließlich ist Yoga bekannt dafür, Ruhe und ein wenig Ausgleich im Alltag zu schaffen.

Deanna, eine ganz besondere Yoga-Lehrerin

Inzwischen hat Edda bereits ihre fünfte Stunde absolviert, denn nach der ersten war für sie gleich klar: „Da will ich wieder hin!“ Und auch ich war gleich positiv überrascht. Zwar konnte ich beim Unterricht nicht zuschauen, fand aber Deanna, die Yoga-Lehrerin, mit ihrer offenen Art von Anfang an wahnsinnig sympathisch. Und das geht nicht nur mir so, auch Edda hat sie sofort in ihr Herz geschlossen. Seit inzwischen 20 Jahren macht Deanna, die vor 25 Jahren aus Illinois nach Deutschland kam, schon Yoga. Mit dem Kinder-Yoga ging es vor gut acht Jahren los. „Ohne Frage, das körperliche Zusammenspiel von An- und Entspannung tut einfach gut“, sagt sie mir, als ich sie frage, was sie am Yoga so mag.

Duftende Handgelenke, Sonnengruß und Endentspannung

Der Ablauf einer jeden Stunde variiert bei Deanna jedes Mal ein wenig. Das hängt nicht nur vom jeweiligen Thema ab, sondern auch von der Stimmung der Kinder. Zu Beginn der Stunde dürfen sich die Kinder – überraschenderweise sind es ebenso viele Jungen wie Mädchen – ihr Handgelenk mit einer ätherisch duftenden Creme einreiben. Ein Ritual, das sich laut Deanna irgendwann einfach so eingebürgert hat. Dann erst folgen die Begrüßung, das „Namaste“, einige Atemübungen (Pranayama), der berühmte Sonnengruß (Surya Namaskar) und verschiedene Übungen (Asanas). Schließlich endet der Unterricht mit der so genannten Endentspannung (Savasana), für die die Kinder sich auf ihre Matte legen, um für einige Minuten zur Ruhe zu kommen. „Eine letzte, feste Anspannung, dann Entspannung. Sich eine gesunde Pause schenken und einfach SEIN. Die Kinder genießen das. Manchmal soll es einfach nur ruhig sein“, schildert mir Deanna den Abschluss ihres Yoga-Unterrichts.

Bei den einzelnen Übungen, wie beispielsweise dem „Hund“, dem „Kind“ oder auch einfach einem Handstand, steht Deanna den Kindern natürlich immer zur Seite und gibt Hilfestellungen, wenn es nötig ist. Auf meine Frage, ob man besonders gelenkig sein müsse, um beim Yoga mitzumachen (bisher meine Lieblingsausrede, um es selbst nicht auszuprobieren), hat Deanna eine klare Antwort: „Nein, jeder macht es, so gut er kann. Vollkommen unbewertet!“ Die Gelenkigkeit ergebe sich dann spätestens mit der Zeit.

Warum Kinder-Yoga?

Ich bin neugierig geworden. Was bringt die Kinder zum Yoga? Ich frage Greta (9), die von Anfang mit dabei ist, was sie am Yoga im Dschungelpalast so toll findet: „Einfach alles!“ erzählt sie mir mit leuchtenden Augen. Von Claudia, ihrer Mutter, erfahre ich noch, dass Greta eine schlechte Schläferin ist. Sie hat nach einer Möglichkeit gesucht, wie ihre Tochter ein wenig „runterkommen kann“. Mit dem Schlafen ist es zwar leider nicht besser geworden, aber entspannend sei das Kinder-Yoga für Greta trotzdem. Und das merke ich auch bei meiner Tochter. Nach jeder Stunde ist Edda plötzlich wieder ein bisschen ausgeglichener, erzählt wie ein Wasserfall…und lässt mich an ihrem duftenden Handgelenk schnuppern, während wir heim laufen.

Achtung, jetzt kommt noch ein Tipp

Und ein kleiner Tipp zum Schluss: Für alle Mamas und Papas, die das mit dem Yoga im Feierwerk jetzt vielleicht auch gern mal ausprobieren würden, aber nicht wissen, wohin in der Zeit mit dem/n kleinen Geschwisterchen… Mittwochs ist im Dschungelpalast auch immer die Bastelkiste geöffnet. Während die Großen also in Ruhe mit Deanna entspannen, können die Kleinen Glitzerfische, lustige Monster, Faschingsmasken und vieles mehr basteln. Eine Win-Win-Situation also.

In diesem Sinne: Namasté

Ganz wichtig: Für das Kinderyoga ist eine Anmeldung unter dschungelpalast@feierwerk.de erforderlich – die Teilnehmerzahl ist begrenzt!

Berit Schlebes

Berit ist Mama von zwei kleinen Kindern, arbeitet nebenbei im Feierwerk in der Öffentlichkeitsarbeit, liebt es zu schreiben, zu lesen, Musik zu hören und sich mit der Familie treiben zu lassen – egal ob im Westpark, am See oder im Dschungelpalast bei unzähligen Basteleien, beim Kindertanz oder beim Early Sunday Morning.

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